Biografie Gérard Depardieu

Gérard Depardieu ist ein französischer Schauspieler, geboren am 27. Dezember 1948 in Châteauroux. Er gilt als einer der beliebtesten Schauspieler Frankreichs. Er ist ein vielseitiger Künstler, der sowohl in Autorenfilmen als auch in populären Komödien mitspielen kann. Seine treffende Darstellung und seine Bühnenpräsenz haben viele Regisseure...
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Gérard Depardieu ist ein französischer Schauspieler, geboren am 27. Dezember 1948 in Châteauroux. Er gilt als einer der beliebtesten Schauspieler Frankreichs. Er ist ein vielseitiger Künstler, der sowohl in Autorenfilmen als auch in populären Komödien mitspielen kann. Seine treffende Darstellung und seine Bühnenpräsenz haben viele Regisseure begeistert.

Seine Anfänge als Schauspieler

Gérard Depardieu stammt aus einem populären Umfeld. Sein Vater war Blechschlosser und Karosseriebauer und seine Mutter Hausfrau. Er wächst mit seinen fünf Geschwistern in einer Zweizimmerwohnung in Châteauroux auf und muss sich von klein auf selbst versorgen. Er verlässt die Schule, nachdem er mit dreizehn Jahren seinen Schulabschluss gemacht hat, und wird Lehrling in der Druckerei des Zeitungskonzerns Centre France. Er entwickelt sich zum Kleinkriminellen, begeht zahlreiche Diebstähle und beteiligt sich an Schmuggel und anderen illegalen Aktivitäten für die in Châteauroux ansässigen GIs.

1963 möchte der junge Gérard sein Leben wieder in den Griff bekommen und geht nach Paris, in der Hoffnung, Schauspieler zu werden. Er nimmt Schauspielunterricht am Théâtre National Populaire und später am Théâtre Édouard VII, wo er seine zukünftige Frau Élisabeth Guignot kennenlernt. Sie öffnet ihm die Türen zum Pariser Künstlermilieu und stellt ihm unter anderem Agnès Varda und Jacques Demy vor. Der angehende Schauspieler beginnt eine regelrechte Metamorphose, um in seiner Schauspielkarriere erfolgreich zu sein. Er liest viele literarische Werke und arbeitet an seinen Sprachstörungen, unter denen er seit mehreren Jahren leidet. 1965 gibt ihm Roger Leenhardt eine erste Rolle in seinem Kurzfilm Le Beatnick et le minet. Mehrere Regisseure vertrauen ihm Anfang der 1970er Jahre weitere Rollen an, darunter Jacques Deray in Un peu de soleil dans l'eau froide (1970), und Michel Audiard in Der Schrei des Kormorans am Abend über den Dschunken (1971). Aber erst durch seine Rolle als freundlicher Ganove in dem Film Les Valseuses von Bertrand Blier, an der Seite von Patrick Dewaere, wird der Schauspieler von der Welt des Films entdeckt.

Ein vielseitiger Schauspieler

Nach dem Erfolg von „Les Valseuses“ ist Gérard Depardieu bei den grossen französischen und internationalen Regisseuren des ausgehenden 20. Jahrhunderts ein gefragter Schauspieler. Er dreht unter anderem mit Bernardo Bertulocci in 1900 (1975), Marco Ferreri in Die letzte Frau (1976) und Traum eines Affen (1978). Er spielt auch in Barocco (1977) von André Téchiné. und Inspektor La Bavure (1980) von Claude Zidi. In den 1980er Jahren erhält er Hauptrollen in mehreren Autorenfilmen: Le Dernier Métro (1980) und La Femme d'à côté (1981) von François Truffaut, Police (1985) und Sous le Soleil de Satan (1987) von Maurice Pialat. Er bleibt auch einer der Lieblingsschauspieler von Bertrand Blier, durch den er bekannt wurde. So spielt er in Abendkleid (1986) und Zu schön für dich (1989). Gérard Depardieu zögert auch nicht, komische Rollen zu spielen, wie in La Chèvre (1981), Les Compères (1983) und Les Fugitifs (1986) von Francis Veber. Er interpretiert auch hervorragend historische oder literarische Figuren, wie in Cyrano de Bergerac (1990) von Jean-Paul Rappeneau, Camille Claudel (1988) von Bruno Nuytten, in dem er an der Seite von Isabelle Adjani den Bildhauer Rodin spielt, Tous les matins du monde (1991) von Alain Corneau, und Le Colonel Chabert (1994) von Yves Angelo.

Filme aus den 2000er Jahren

Auch in den 2000er Jahren zieht Gérard Depardieu wie gewohnt mehrere Register. Er spielt einen Sänger bei Tanzveranstaltungen in Quand j'étais chanteur von Xavier Giannoli (2006), und Obelix, den Kult-Gallier, in Astérix et Obélix contre César (1999), Astérix et Obélix Mission Cléopâtre (2001), Astérix aux Jeux Olympiques (2008) und Astérix et Obélix: im Dienste Ihrer Majestät (2012). Er akzeptiert auch weiterhin Rollen in Autorenfilmen wie Kommissar Bellamy in dem gleichnamigen Film von Claude Chabrol im Jahr 2009, oder Dominique Strauss-Kahn in Abel Ferraras Welcome to New York, der 2014 in die Kinos kam.

Die neuesten Filme von Gérard Depardieu:

  • Convoi exceptionnel von Bertrand Blier (2019).
  • Thalasso von Guillaume Nicloux (2019).
  • Fahim von Pierre-François Martin-Laval (2019).

Preise und Auszeichnungen

Gérard Depardieu erhielt zwei Césars als bester Schauspieler: 1981 für seine Rolle in Le Dernier Métro von François Truffaut und 1990 für seine Darstellung in Cyrano de Bergerac von Jean-Paul Rappeneau. Bei den Filmfestspielen von Cannes 1990 wurde er für denselben Film auch mit dem Preis für den besten männlichen Darsteller ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er den Golden Globe als bester Komödiendarsteller in Green Card von Peter Weir. 1997 wurde er bei den Filmfestspielen von Venedig mit einem Goldenen Löwen für seine gesamte Filmkarriere ausgezeichnet.

Gérard Depardieu ist einer der grossen Schauspieler des französischen Kinos. Mit über hundert Filmen ist seine Filmografie umfangreich und von grosser Vielfalt geprägt.

 

Diskografie